Licht am Ende des Tunnels

CDU und CSU haben sich nun offiziell parteienintern auf eine Aussetzung der Wehrpflicht geeinigt. Nach Einschätzung der Süddeutschen ist damit „… so gut wie sicher, dass künftig erstmals seit 53 Jahren keine jungen Männer mehr zur Bundeswehr eingezogen werden.“ (Quelle) Selbst in Österreich wächst inzwischen der Druck auf die Wehrpflicht. Damit hätte sich dann auch der Daseinsgrund dieses Blogs erledigt. Nach über 10 Jahren virtuellen schwadronierens geht Zwanglos damit in den lang ersehnten Ruhestand.

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Wehrpflicht und Bildung

Spiegel Online sieht die Universitäten wegen der kommenden Aussetzung der Wehrpflicht unter Druck. Ein Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft bringt nun einmal Anpassungskosten mit sich. Dabei ist es natürlich nicht Aufgabe der Landesverteidigung Hochschulen vor Studenteninvasionen zu schützen. Ein Leserbrief in SPON bringt es auf den Punkt:

Es ist zumindest schön, dass jetzt mal zugegeben wird, was die Wehrpflicht eigentlich ist: Ein Parkplatz für junge Männer, für die man weder Lehrstellen noch Plätze an den Unis hat. Also nix mit: „Verankerung des soldatischen Bewusstseins im Volkskörper“, „Armee als Schule der Nation“ und all dem blöden Geschwafel, mit dem man die Wehrpflicht bislang zu rechtfertigen suchte.“ (Quelle)

Für die, die jetzt keinen Platz an einer Präsenzuni bekommen gibt es allerdings Alternativen. Jura, Psychologie und BWL kann man auch hier studieren. Mit guten Englischkenntnissen geht es auch hier.

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Konsequent Überflüssig

Laut ARD will „SPD-Wehrexperte“ Bartels die Musterung auch nach Aussetzung der Wehrpflicht beibehalten. Das ist in gewisser Weise konsequent: zur zeit ist die Musterung ein Auswahlverfahren für einen überflüssigen Zwangsdienst. Wenn man schon über Jahre eine aufwendige Institution erhält, obwohl sie offensichtlich nicht gebraucht wird, dann gibt es logischerweise auch keinen Grund sich ihrer überflüssigen Begleiterscheinungen zu entledigen nur weil der Ursprungsunsinn entfällt.

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„Deutschland Totalverweigern“ hört auf

Der Blog Deutschland Totalverweigern hat die Einstellung seiner Kampagne angekündigt (weiter hier) ,

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Das langsame Sterben der Wehrpflicht – was kommt danach?

Die Aussetzung der Wehrpflicht scheint zunehmend unausweichlich –weniger aus Überzeugung als weil die alteingesessenen Argumente immer weniger tragbar werden. Allerdings wird jetzt auch deutlich wer zwangsdienste nicht aus vermuteter notwendigkeit sondern um ihrer selbst wegen befürwortet.

Jetzt wo die konventionellen Floskeln zur Rechtfertigung der Wehrpflicht immer weniger taugen, wagen sich die Befürworter einer allgemeinen Dienstpflicht auch deutlicher in die Diskussion. Zwar wenden sich Merkel und Schröder vorerst noch gegen eine allgemeine Dienstpflicht, doch zu Guttenberg hat offernbar „große Sympatien“ für diese Idee, auch wenn er sie für nicht durchführbar hält (Reuters). Andere CDU politiker bereiten derweil zahlreiche Alternativforschläge für diverse Zwangsdienste vor.

Allerdings sollte man nun nicht denken, diese verliebtheit in Zwangsdienste sei in Deutschland ein konservatives Privileg. Die Vorgänger Partei der jüngsten SED reinkarnation (Die Linke) hatte bekannterweise keine Probleme mit allgemeinverbindlichen Zwangsdiensten. Auch in Westberlins Alternativer Liste wurde schon in den 1980er Jahren ein allgemeiner „Volksdienst“ diskutiert.

Zu Zwangsdiensten im Allgemeinen ist auf diesem Blog bereits genug gesagt worden. Vom Blog Wirtschaftliche Freiheit, gibt es hier außerdem eine ökonomische Bewertung.

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Aktuelle Positionen in der Wehrpflichtdiskussion

In der Diskussion um die Aussetzung der Wehrpflicht, begründet zu Guttenberg seine Position mit dem anstehenden Modernisierungsbedarf:

Es wäre eine Milchmädchenrechnung zu glauben, dass man durch eine Aussetzung der oder Alternativen zur Wehrpflicht sofort große Summen einsparen könnte, denn Sie müssen dann Geld investieren, um die Bundeswehr attraktiver zu machen. Das müsste man aber ohnehin.“ (Quelle)

Wobei er sich hier wohl auch nur auf die Budgetkosten bezieht und die volkswirtschaftlichen Kosten nicht erwähnt. Westerwelle dagegen betont die fehlende Den Rest des Beitrags lesen »

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Ende der Wehrpflicht vor der nächsten Wahl?

Westerwelle beginnt etwas spät Guttenbergs Vorstoß zu nutzen, um sich allmälich vom faulen kompromiss der Koalition in Sachen Wehrpflicht zu verabschieden. Immerhin regt er jetzt die Aussetzung innerhalb der laufenden Legislaturperiode an. In diesem Artikel (HT: nic) werden einige Hauptargumente gegen diesen überflüssigen Zwangsdienst noch einmal zusammengefasst:

Die Zeiten, da der Soldat sich Mann gegen Mann und mit einem gewöhnlichen Gewehr auf dem Feld bewähren musste, sind doch schon lange Geschichte. Die modernen Waffensysteme verlangen vielmehr gut ausgebildete, hoch motivierte und auch vernünftig bezahlte Militärs.“ (Quelle)

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