Das war wohl nichts …

Die Wehrpflicht wird immer wieder schöngeredet weil sie angeblich die Bundeswehr in die Gesellschaft integriert, und einen zivilisierenden Einfluß auf sie ausübt. So sollte man sich denn wundern, wenn man dann das liest: „Im Prozess um die Misshandlung von Bundeswehrrekruten hat das Landgericht Münster einen 26-jährigen ehemaligen Ausbilder zu eineinhalb Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sprach ihn am Montag der gefährlichen Körperverletzung, Misshandlung und der entwürdigenden Behandlung für schuldig. (…) Gegen einen Kompaniechef und weitere zehn Ausbilder des Instandsetzungsbataillons Coesfeld geht der Prozess noch weiter. Ihnen wird Misshandlung und Entwürdigung von 163 Rekruten bei insgesamt vier simulierten Geiselnahmen im Sommer 2004 zur Last gelegt. Sie sollen die Rekruten mit Stromschlägen misshandelt, nassgespritzt, getreten und geschlagen haben. Das Bekanntwerden der Vorwürfe hatte im November 2004 zu einer Welle öffentlicher Empörung geführt.“ (Quelle)

Gewalttaten dieser art kann es natürlich in jeder Armee, und in anderen Zusammenhängen, geben. Es zeigt sich jedoch an diesem Beispiel wie der zivilisierende Einfluß der Wehrpflichtigen versagt: sie sind als Untergebene schikaniert worden. Ihre Rechte werden erst dann geschützt, wenn die Institutionen der Zivilgesellschaft die unmittelbaren Vorgesetzten der Streitkräfte in die Schranken weisen. Die betroffenen Rekruten hatten dazu offensichtlich keine Möglichkeit.

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