Na und?

Die FAZ macht sich Sorgen über mögliche Änderungen in einer zukünftigen Freiwilligenarmee. Wahrscheinlich würden dort nicht alle Gesellschaftsschichten gleichmäßig vertreten sein. Schon jetzt seien Menschen aus bestimmten Bundesländern und weniger Gebildete stärker unter den Freiwilligen vertreten. Es könne sogar so weit kommen, daß man Rekrutierungsbüros in Fußgängerzonen eröffnen müsse.

Das kann natürlich alles sein. Es dürfte auch sonst im zivilen Leben kaum einen Dienstleistungssektor geben, in dem das Personalprofil die Bevölkerung genau repräsentiert. Normalerweise wird das allerdings nicht als Problem gesehen: das Personal der Stadtreinigung dürfte unterdurchschnittlich gebildet sein, Dolmetscher und Übersetzer tendieren dazu überdurchschnittlich gute Sprachkenntnisse zu haben, und kaum einer stört sich daran.

Ob Rekruten in allen Bereichen unterdurchschnittlich gebildet sein werden ist allerdings eine offene Frage. Zur Zeit arbeitet die Bundeswehr mit zuviel Arbeitskräften und investiert zu wenig in Ausrüstung. Das ist zu erwarten, wenn Arbeitskräfte zum Dienst verpflichtet und unter dem Marktlohn bezahlt werden. Wenn erst einmal zu Marktlöhnen rekrutiert wird, und verstärkt moderne Ausrüstung zum Einsatz kommt, könnte sich da einiges ändern.

Das es Rekrutierungsbüros in Fußgängerzonen geben wird kann trotzdem sein. In England gibt es das häufig –und nicht nur in Fußgängerzonen, die Armee wirbt dort auch aktiv an den Universitäten. Warum auch nicht? Wenn sich die Bundeswehr endlich bemühen muß, ihren Rekruten attraktive Gehälter und Karriereperspektiven zu bieten, statt einfach Menschen zu beschlagnahmen, dann wäre das in der Tat eine begrüßenswerte Neuerung.

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