Wehrpflicht oder Berufsarmee oder …

Die Jungle World zitiert Verteidigungsminister Jung’s Stellung zur ‘freiwilligen Wehrpflicht’:

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte im Deutschlandfunk, er halte die von Beck angeregte »freiwillige Wehrpflicht« für einen »Widerspruch in sich«. Entweder gebe es eine Pflicht, »und dann habe ich der nachzukommen, oder ich habe eine freiwillige Leistung oder letztlich eine Berufsarmee«.“ (Quelle)

Diese Annahme: ‚entweder es gibt die Wehrpflicht oder nur Berufssoldaten’ ist nicht selten. Sie ist außerdem falsch. Im Vereinigten Königreich gibt es eine Berufsarmee. Außerdem gibt es die Territorial Army, eine art Freiwilligenmiliz. Ähnlich verhält es sich mit der Nationalgarde in den Vereinigten Staaten.

Es muß also nicht sein, daß Staatsbürger die keine Soldatenkarriere anstreben mit Wegfall der Wehrpflicht von der Teilnahme an der Landesverteidigung ausgeschlossen werden. Der ergänzende Einsatz von Berufs- und Teilzeitsoldaten ist möglich und wird praktiziert. Wenn Deutschland diesem Modell folgte, dann hätte es eine Freiwilligenarmee, keine reine Berufsarmee.

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1 Kommentar »

  1. Peter Gerricke said

    Das hört sich doch gut an. Man kann auch anmerken, dass in Deutschland Ermächtigung zur Einführung der Wehrpflicht auf Verfassungsebene (die nicht ausgeschöpft werden muss) und die Einrichtung einer Berufs- und Freiwilligenarmee auf Gesetzesebene widerspruchsfrei möglich ist.

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