Wem nützt die Wehrpflicht?

Unter den Befürwortern der Wehrpflicht finden sich erwartungsgemäß solche, die die betriebswirtschaftlichen Interessen der Bundeswehr verteidigen. Das die Beibehaltung der Wehrpflicht nicht im gesamtwirtschaftlichen Interesse ist, wurde bereits wiederholt dargelegt. Von Zeit zu Zeit trifft man auch auf indirekte Nutznießer dieses Zwangsdienstes, die sich offen über den Wegfall der erzwungenen Dienstleistungen sorgen.

Klaus-Dieter Kottnik, der Vorsitzende des Diakonischen Werkes mahnte jedenfalls vor Kurzem an, daß man zusätzlicher Unterstützung bedürfe, wenn der Zivildienst in Zukunft wegfalle:

Ein freiwilliger sozialer Helfer sei für die Wohlfahrtsverbände und sozialen Einrichtungen doppelt so teuer wie ein Zivildienstleistender, sagte Kottnik. Deshalb müssten sich die Mehrkosten in den Pflegesätzen niederschlagen und die durch Streichung des Zivildienstes eingesparten Bundesmittel in die Finanzierung des Freiwilligen Sozialen Jahres fließen.” (Quelle)

Gerade in der Diakonie gibt es auch Kollegen, die das anders sehen. Eines muß man Kottnik allerdings lassen: er scheint sich nicht für die Fortsetzung der staatlichen Sklavenhaltung einzusetzen. Man sollte sich jedoch an eines erinnern: trotz der offensichtlichen gesamtwirtschaftlichen Nettokosten der Wehrpflicht gibt es auch jenseits der Bundeswehr gut organisierte Interessengruppen, die ein Interesse an der Fortsetzung der Zwangsdienste haben. Der gesamtwirtschaftliche Schaden wird von keiner vergleichbaren Lobby wahrgenommen.

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