Armee = Wehrpflichtigenheer?

Dieser Artikel gibt ein Beispiel dafür, das es immer noch Menschen gibt, die die Ablehnung der Wehrpflicht mit einer Ablehnung der Streitkräfte an sich verwechseln. Die Notwendigkeit der Wehrpflicht wird aus dem andauernden Konflikt in Afghanistan und der aktuellen Kaukasuskrise abgeleitet. Das ebenfalls in Afghanistan involvierte NATO Partner dabei auf die Wehrpflicht verzichten können scheint dem Autor oder der Autorin nicht aufzufallen.

Eine ausdrückliche Verteidigung der Wehrpflicht findet sich lediglich in diesem Zitat von Wolfgang Clement: „‘Die Wehrpflicht muss beibehalten werden‘. Sie garantiere, dass die Gesellschaft sich für sicherheitspolitische Fragen interessiere und eröffne jungen Menschen die Möglichkeit einen Einblick in ein Berufsfeld zu werfen, das sie sonst nicht in Betracht gezogen hätten.“ Zur Rolle der Wehrpflicht als Rekrutierungsinstrument wurde hier schon mehrfach Stellung bezogen (zuletzt hier, aber auch hier). Ungewöhnlicher ist die Forderung nach der Wehrpflicht als Mittel politischen Interessenkontrolle („Sie garantiere, dass die Gesellschaft sich für sicherheitspolitische Fragen interessiere“).

Insbesondere wenn die sicherheitspolitischen Belange so offenkundig wichtig sind wie die oben genannten, zeugt diese Einstellung von einer extrem niedrigen Erwartungshaltung gegenüber den Wählern. Man sollte sich fragen, wie ein derart niedriges Vertrauen in die Reflektionsfähigkeit der wahlberechtigten Bevölkerung mit einer demokratischen Gesinnung zu vereinbaren ist.

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