Die Wehrpflicht am Pranger

Von einem Kommentar kommt dieser Hinweis auf einen Eintrag zur Wehrpflicht am pranger.de. Dieser Eintrag endet mit einer interessanten Empfehlung:
„… ich fordere die jungen Männer der nächsten Generationen auf: Helft mit, dieses System zum Zusammenbruch zu bringen, indem Ihr kollektiv nicht verweigert. Denn die Wehrpflicht funktioniert nur noch, weil sich die Wehrverwaltung darauf verlassen kann, dass mehr als zwei Drittel eines jeden Jahrgangs sowieso Ersatzdienst leistet. Ist das plötzlich nicht mehr der Fall, kollabiert das gesamte Wehrpflichtsystem und die Politik muss eingestehen, dass es nicht mehr zu halten ist.“ (Quelle)
Inspiriert ist dieser Vorschlag offenbar durch die Tatsache, das die Bundeswehr nicht in der Lage wäre alle Wehrpflichtigen aufzunehmen. Anstrengungen der Bundesregierung, den Schein der allgemeinen Wehrpflicht aufrecht zu erhalten, indem der beachtliche Unterschied zwischen ‚Wehrgerechtigkeit‘ und ‚Dienstgerechtigkeit‚ möglichst verschwiegen wird, dürften dann unhaltbar werden, wenn die Untauglichkeitsquote gegen 99% tendiert.
Diese Idee hat nur einen Haken: eine erfolgreich inszenierte Verweigerungsverweigerung würde in letzter Konsequenz wahrscheinlich zur Auswahlwehrpflicht führen. Der Bericht der Weizsäckerkommission bekannte sich bereits zu dieser Lösung (S.65-66), und der SPD Vorschlag der ‚freiwilligen Wehrpflicht‚ könnte auch darauf hinauslaufen.

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1 Kommentar »

  1. Andreas said

    Ein Auswahlwehrpflicht haben wir heute schon, denn nichts anderes machen die Kreiswehrersatzämter. Wer nicht gebraucht wird ist angeblich untauglich oder wird erst gar nicht zur Musterung eingeladen. Die Vorschläge der Weizsäckerkommission wurden nämlich längst umgesetzt, nur dass natürlich kein wehrpflichtbefürwortender Politiker das böse Wort „Auswahlwehrpflicht“ je in den Mund nehmen würde.

    Einen ähnlichen Vorschlag hatte ich vor Jahren auch schon mal gemacht und auch den verschiedenen Wehrpflichtgegnern zukommen lassen. Neben der dann nicht mehr zu verschleiernden Wehrungerechtigkeit hätte die Verwirklichung des Vorschlages zudem den Vorteil, dass die Wehrpflicht nicht mehr über die angeblich unverzichtbaren Zivis gestützt wird.

    Insgesamt finde ich den Vorschlag sehr gut und sichtbare Aktionen der Betroffenen würden der ganzen Wehrpflichtdebatte sehr gut tun.

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