Kein Interesse an der Bundeswehr?

In seiner Rezension von Klaus Naumanns Buch „Einsatz ohne Ziel“ mach Herfried Münkler eine interessante Beobachtung:

Wer nur einen kleinen Einblick in die Berliner Verhältnisse hat, wird Naumanns zentralem Vorwurf zustimmen: Der Bundestag, der so viel Wert darauf legt, dass die Bundeswehr eine Parlamentsarmee ist, kümmert sich mit Ausnahme einiger Abgeordneter nicht um sie. Die Volksvertreter haben ihre Rechte einst vor dem Verfassungsgericht erstritten, aber nicht realisiert, dass sie damit auch Pflichten übernommen haben. Diese lassen sich nicht darauf beschränken, sich vor der nächsten Mandatsverlängerung schnell kundig zu machen. Da dem tatsächlich aber so ist, hat das zur Folge, dass viele wichtige Fragen von den Militärs entschieden werden.“ (Quelle)

Interessant deswegen weil immer wieder behauptet wird, die Wehrpflicht sichere ein demokratisches Interesse an der Bundeswehr und damit am Schicksal der Soldaten in Auslandseinsätzen. Interessant auch hinsichtlich dessen was sie über die politische Kontrolle der Armee impliziert: einen politischen Kontrollverlust der sich nicht daraus ergibt das sich die Streitkräfte als Staat im Staate etablieren sondern daraus, das sie dem Staat weitgehend gleichgültig sind. Wenn das so stimmt, dann muss die Tauglichkeit der Wehrpflicht als soziales Integrationsinstrument auch aus pragmatischer Sicht hinterfragt werden.

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