Mehr zur Wehrpflichtdiskussion

Im Rahmen der Wehrpflichtdiskussion werden einige interessante Perspektiven erkennbar die über ein „pro/kontra Aussetzung“ hinnausgehen. Familienministerin Schröder ist natürlich gegen die Aussetzung der Wehrpflicht ßschließlich ist der Zivildienst in ihrem Geschäftsbereich besonders wichtig. Anfängs hob sie noch hervor das unsere Gesellschaft mit der Wehrpflicht auch den Zivildienst verlöre und ohne Zivildienst weniger menschlich sei.

Diese Argumentation wirft natürlich Fragen auf, wie zum Beispiel die, ob man den Fortbestand des Wehrdienstes durch ein nostalgisches Verhältnis zum Ersatzdienstes rechtfertigen kann. Wenn eine Gesellschaft ohne Zivildienst weniger menschlich ist, gilt das dann auch für die Menschen, die in dieser Gesellschaft leben? Sind Franzosen, Spanier und Belgier dann weniger menschlich als Deutsche? Fragen dieser Art hat sich Frau Schröder wohl nicht gestellt; sie hat sie erst recht nicht beantwortet. Stattdessen flüchtet sie sich in die Standardfloskel von der Integration der Bundeswehr in die Gesellschaft.

SPD Politiker Heiko Maas macht sich stattdessen für einen Bundesarbeitsdienst stark: „An die Stelle der Wehrpflicht und des dann ebenso in der heutigen Form obsoleten Zivildienstes sollte ein allgemeines soziales Pflichtjahr für alle jungen Erwachsenen rücken.“ (Quelle) Das junge erwachsene -wie andere Erwachsene auch- einfach selbstbestimmt leben könnten ist für einen SPD Politiker natürlich undenkbar.

Der CDU Politiker Lorenz Caffier hat ganz andere sorgen. Er möchte nicht, „dass wir wie in Amerika irgendwelche Go-go-Girls auf den Marktplätzen haben, die dafür werben: Kommt zur Armee!“ (Quelle)

Caffier hat also keine Probleme damit, das friedliche, unbescholtene Bürger von Feldjägern in Kasernen verschleppt werden, solange er durch diese staatliche Lagerhaltung ´Gogo-Girls´ von deutschen Marktplätzen verbannen kann. Er bringt damit eine Prioritätensetzung zum Ausdruck die in einer liberalen Demokratie zumindest ungewöhnlich anmuten sollte.

Das zu tiefst irrationale Verhältnis zur Wehrpflicht wird jedoch vor allem durch deren Beibehaltung unterstrichen -lange nachdem sie aufgehört hat militärisch sinnvoll zu sein. Selbst wenn man sich diesen überflüssigen Luxus finanziell kaum noch leisten kann, fällt deutschen Politikern der Abschied vom Zwangsdienst schwer.

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