Wehrpflicht für den Frieden?

Schützt die Wehrpflicht den Frieden? Eine wissenschaftliche Studie zum Thema zeigt, daß eher das Gegenteil der Fall ist.

Befürworter der Wehrpflicht behaupten häufig, die Wehrpflicht verringere die Kriegsgefahr: Wenn alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen im Militär vertreten sind, sind auch alle vom Krieg betroffen. Ein Kriegseinsatz sollte deswegen auf mehr Ablehnung stoßen, so lange es die Wehrpflicht gibt.

Die Gegenargumente drängen sich förmlich auf: vom misantropischen Menschenbild, das weitgehende indifferenz gegenüber freiwilligen Soldaten unterstellt, bis zur objektiven Tatsache, das ein unbegrenzter Nachschub an Soldaten die Verschwendung von Menschenleben geradezu subventioniert.

Jeffrey Pickering hat jetzt in der Fachzeitschrift „Armed Forces & Society“ eine empirische Studie veröffentlicht, die das Verhältnis zwischen Wehrpflicht und Kriegseinsätzen unter die Lupe nimmt. Dabei hat er nicht nur klassische zwischenstaatliche Konflikte berücksichtigt, sondern auch Auseinandersetzungen mit Terroristen und anderen nichtstaatlichen Gegnern.

Es zeigt sich, daß Staaten mit Wehrpflicht sich auch mit höherer Wahrscheinlichkeit an bewaffneten Konflikten beteiligen. Das gilt unabhängig davon, ob es sich beim Gegner um staatliche Armeen oder andere Feinde handelt. Allein bei der Beteiligung an humanitären Einsätzen spielt die Wehrform keine Rolle.

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1 Kommentar »

  1. bdanneberg said

    Frieden wird ganz sicher nicht durch etwas wie Wehrpflicht geschützt. Frieden wird durch Respekt gegenüber dem Anderen geschützt, durch „Leben und Leben lassen“. Leider ist das aber vielen Menschen (und Menschenähnlichen) nicht zu vermitteln. Darum benötigt man Schutz und dieser wird nur durch eine starke Verteidigungsarmee sichergestellt. Zumindest benötigt man diese, bis der Idealzustand des friedlichen Menschens erreicht ist.

    Über eine Berufsarmee / Freiwilligenarmee lässt sich das weitaus eleganter und vor allem freiheitlicher regeln, als eine überkommene Zwangseinziehung.

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